Hanf (Cannabis) ist eine der ältesten und wertvollsten Nutzpflanzen in der Geschichte der Menschheit. Cannabis enthält mehr als 400 Inhaltsstoffe, darunter mehr als 60 Cannabinoide, Alkaloide und ätherische Öle sowie Terpene. Bereits vor mehr als 12000 Jahren wurde Hanf im asiatischen Raum landwirtschaftlich angebaut. Neben der heilenden Wirkung der Pflanze dienten die Hanfsamen als Nahrung und aus den Fasern konnte Kleidung und Seile hergestellt werden. Im 13ten Jahrhundert kam der Hanf nach Europa. Durch die weite Verbreitung und gute Verfügbarkeit nahm die Pflanze bei der Papierherstellung eine zentrale Rolle ein.

Erst mit der Industrialisierung nahm die Nutzung der Hanfpflanze als Rohstoff für eine Vielzahl an Produkten ab. Die Gründe dafür waren die aufwendige Ernte, welche nicht maschinell zu bewerkstelligen war und die Tatsache, dass die Weiterverarbeitung auf Handarbeit angewiesen war. Dadurch wurde beispielsweise Kleidung aus Hanf im Vergleich zu Baumwolle zu teuer. Als alternativen Rohstoff für Papier entdeckte man Holz, welches in den prachtvollen europäischen Wälder „kostenlos“ zur Verfügung stand. Durch die Fortschritte in der Pharmaindustrie und die damit einhergehende Entwicklung synthetischer Produkte verlor Cannabis auch im medizinischen Sektor an Bedeutung. Nur in Zeiten in denen Rohstoffen knapp wurden erinnerte man sich an die beeindruckende Effizienz des Hanfes. So gab es im Zweiten Weltkrieg Werbeaktionen um den Landwirten die in Vergessenheit geratene Nutzpflanze Hanf ins Gedächtnis zu rufen und diese zum Anbau zu bewegen. Auf Seiten der USA mit dem Film „Hemp for Victory“ und im Deutschen Reich mit dem Buch „Die lustige Hanffibel“.

Heute kommt es zu einer Rückbesinnung auf Hanf als Nutzpflanze, sodass diese allmählich wieder von Landwirten angebaut wird. Gründe dafür sind die einfache Zucht und vollständige Nutzbarkeit der Pflanze. Hanf ist extrem genügsam, resistent gegen Schädlinge und durch den dichten Wuchs der Pflanze verhindert diese selbst das Wachstum von Unkraut. So benötigt der Anbau weder Pflanzen- noch Insektenschutzmittel. Als nachwachsender Öko Rohstoff ist Hanf in der Wirtschaft vielseitig einsetzbar. So lassen sich aus den extrem robusten Hanffasern Dämm- und Isolierstoffe herstellen, sie dienen als Grundlage für ein Vielzahl an Produkten der Textil- und Papierindustrie und werden zudem in der Automobilindustrie zur Herstellung von Innenverkleidungen genutzt. Die Hanfsamen wiederum kommen in Kosmetik und Nahrungsmitteln zum Einsatz.

Hanf-Facts:

  • Die Cannabis Pflanze erreicht im ausgewachsenen Zustand eine Höhe von bis zu 4m
  • Hanf entzieht dem Boden Giftstoffe und kann so zur Reinigung unseres Planeten beitragen
  • Ein Wunder der Nachhaltigkeit: Hanf ist doppelt so ergiebig wie Baumwolle, verbraucht aber nur halb soviel Wasser
  • Die Gutenberg-Bibel wurde auf Hanf gedruckt und auch die erste Jeans von Levi Strauss bestand daraus
  • Zu den bekanntesten Cannabinoiden gehören THC, CBD, CBG, CBC und CBN
  • Seine Wirkung entfaltet Cannabis durch die Einwirkung auf das endogene Cannabinoidsystem (ECS)

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, kannst du im nächsten Blog-Beitrag mehr über das endogene Cannabinoidsystem erfahren.

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