Das endogene Cannabinoidsystem (ECS) ist ein Teil des zentralen Nervensystems (ZNS). Es besteht aus Cannabinoidrezeptoren sowie Enzymen für die Synthese (Aufbau) und Abbau von Endocannabinoiden. Die beiden wichtigsten bekannten Cannabinoidrezeptoren im ECS sind CB1 und CB2, man vermutet jedoch das es noch mindestens drei weitere Cannabinoid-Rezeptoren gibt. Viele physiologische Effekte von Cannabis sind auf das Zusammenspiel dieser Rezeptoren und der in der Pflanze vorhandenen Cannabinoide zurückzuführen. Obwohl die Menschheit Cannabis bereits seit der Antike aufgrund seiner heilenden Wirkung verwendet, wurde dieser Zusammenhang erst Ende der 1980er-Jahre ausfindig gemacht. Und erst Anfang der 1990er-Jahre entdeckten Forscher die ersten körpereigenen Endocannabinoide: Anandamid und 2-Arachidonylglycerol (2-AC).

Die Einwirkungen des ECS auf unseren Körper sind dabei vielfältig und reichen von der Unterstützung des Gedächtnisses, der Verdauung, Motorik, Immunreaktion über die Appetitregulation, die Schmerzverarbeitung, den Blutdruck und das Knochenwachstum bis hin zum Schutz des Nervengewebes. CB1-Rezeptoren finden sich überwiegend auf Neuronen während CB2-Rezeptoren vorwiegend auf Zellen des Immunsystems anzutreffen sind. Hier spielen Endocannabinoide eine wichtige Rolle als Botenstoffe zwischen den Synapsen. Durch die Freisetzung von Neurotransmittern signalisieren sie den Neuronen miteinander zu kommunizieren.

Als Beispiele für die unterschiedliche Wirkungsweise von pflanzlichen Cannabinoiden im ECS sollen uns hier THC und CBD dienen. Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) wirkt primär auf die CB1-Rezeptoren ein und entfaltet dort seine psychoaktive Wirkung. So lassen sich die allgemein bekannten Effekte vom Konsum von Mariuhana erklären, man wird „High“. Cannabidiol (CBD) ist eine der nicht-psychoaktiven Komponenten in der Cannabispflanze und dockt hauptsächlich an den CB2-Rezeptoren an. Da sich diese Rezeptoren vermehrt in Blutzellen, Milz und Mandeln finden lässt sich ein Zusammenhang mit entzündungshemmenden Vorgängen feststellen. Durch das hohe Maß an Komplexität der Zusammenhänge von Körperfunktionen und dem endogenen Cannabinoidsystem ist der 

Einsatz von Medikamenten jedoch bisher umstritten. Es braucht weitere Studien um zu verstehen, was die gezielte Aktivierung beziehungsweise Unterdrückung an einer Stelle des ECS an anderer Stelle für Nebenwirkungen verursacht.

ECS-Facts:

  • Das endogene Cannabinoidsystem durchzieht den ganzen Körper
  • Das ECS schützt das zentrale Nervensystem
  • Endocannabinoide locken Immunzellen zum Ort einer Schädigung und aktivieren diese, verhindern gleichzeitig deren gewebeschädliche Überaktivierung
  • Endocannabinoide sind Abwandlungen mehrfach ungesättigter Fettsäuren und eng verwandt mit Omega-3-Fettsäuren
  • Pflanzliche Cannabinoide wie THC und CBD binden sich an die Rezeptoren CB1 und CB2 und entfalten so ihre Wirkung
  • Studien weisen darauf hin, dass Endocannabinoide eine Antitumor-Wirkung haben indem sie die Zellteilung hemmen

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