Cannabigerol oder kurz CBG ist das dritthäufigste von der Cannabispflanze produzierte Cannabinoid. Es ist das Vorläufer-Cannabinoid aus dem die Pflanze THC und CBD bildet, d.h. es kommt vermehrt in jungen, nicht ausgereiften Marihuanapflanzen oder aber speziellen Züchtungen vor. In der Regel lässt sich sagen, dass der CBG Gehalt bei Indica-Sorten höher ist als bei Sativa-Sorten. So wie CBD ist auch CBG nicht psychoaktiv, was bedeutet es macht nicht „High“. Zwar ist das genaue Wirkungsspektrum dieses Cannabinoids noch nicht abschließend geklärt doch es finden sich einige Studien, die auf das medizinische Potential von CBG hinweisen.

Studien weisen übereinstimmend auf eine neuroprotektive Wirkung von CBG hin. So kann Cannabigerol durch seine entzündungshemmende und oxidativem Stress vorbeugende Wirkung vor dem Verlust von neuronalen Zellen schützen und sich demnach bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington und Multipler Sklerose positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Zudem geht aus einer italienischen Studie hervor, dass CBG mit spezifischen Zielen interagiert, welche an der Entstehung von Krebszellen beteiligt sind. So konnte eine Behandlung mit Cannabigerol das Wachstum von Darmkrebszellen hemmen und eine ähnliche Wirkung wurde bei Melanomen (Hautkrebs) festgestellt werden. Weitere Studien weisen auf die Krebshemmenden Eigenschaften von CBG bei Brust-, Prostata-, Mundhöhlen- und anderen Krebsarten hin. Auch bei der Behandlung von Grünen Star (Glaukom) konnten Wissenschaftler positive Effekte von Cannabigerol feststellen. Das liegt daran, dass das Cannabinoid den Augeninnendruck senken kann und die Beschwerden somit lindert. Ein weiterer möglicher medizinischer Nutzen von CBG liegt in der Behandlung von neuropathische Schmerzen. Ähnlich wie bei THC und CBD zeigen Studien, dass Cannabigerol bei Nervenschmerzen, welche zumeist auf die Gabe von Opiaten nicht ansprechen, Linderung verschaffen kann. Ein Extrakt aus CBG in Verbindung mit den Cannabinoiden Cannabidiol (CBD), Cannabichromene (CBC) und Cannabinol (CBN) konnte in einer Studie eine ähnlich effektive antibakterielle Wirkung auf MRSA-Stämme nachgewiesen werden wie handelsübliche Antibiotika. Der genaue Mechanismus hinter diesem Effekt muss allerdings noch abschließend geklärt werden, man geht jedoch davon aus, dass die Stoffe in der Pflanze als natürlicher Verteidigungsmechanismus gegen Bakterien dienen.

Da die Konzentration von Cannabigerol, wie Anfangs erwähnt, in den meisten Cannabispflanzen sehr gering ist, handelt es sich bei den meisten CBG Produkten um Öle, Ergänzungsmittel und Salben. In aufwendigen Extraktionsverfahren wird das CBG aus der Pflanze gewonnen um diese Produkte herzustellen.

CBG-Facts:

  • CBG stand lange im Schatten von THC und CBD, weshalb das Potential und die Bedeutung dieses Cannabinoids noch lange nicht vollständig erforscht ist
  • Cannabigerol wirkt appetitanregend und hat somit ein therapeutisches Potential bei Kachexie und anderen Essstörungen
  • CBG ist legal, da es nicht berauschend ist fällt es auch nicht unter das BtMG
  • Die meisten angebauten Cannabispflanzen enthalten nur etwa 1% des Cannabinoids
  • Cannabigerol kann bei der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (IBD) Linderung verschaffen

 

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