CBN ist die Abkürzung für Cannabinol, einem weiteren Phytocannabinoid aus der Cannabispflanze. Anders als andere Cannabinoide wird CBN nicht von der Pflanze selbst gebildet sondern entsteht durch die Einwirkung von Wärme und UV-Licht auf Tetrahydrocannabinol. Es handelt sich also um ein nicht-enzymatisches Oxidationsprodukt von THC. Eine hohe Konzentration ist demnach zumeist ein Zeichen für die schlechte Lagerung. CBN ist leicht psychoaktiv und bindet nur schwach an den CB1-Rezeptor. Inwiefern sich das Cannabinoid an den CB2-Rezeptor bindet ist derzeit noch nicht bekannt.

Verschiedene Studien legen die Vermutung nahe, dass CBN über ein eigenes Wirkspektrum verfügt, welches jedoch noch von der Wissenschaft erschlossen werden muss. Medizinisches und therapeutisches Potential lassen Untersuchung bisher bei der Schmerzlinderung und bei Schlafstörungen vermuten. In seiner beruhigenden Wirkung liegt auch die signifikanteste Eigenschaft des Cannabinoids. So legen erste Untersuchungen nahe, dass es bei halber Dosierung ebenso effektiv wirken soll wie Benzodiazepam. Da CBN zudem wesentlich weniger psychoaktiv wirkt als THC könnte es in Zukunft bei der Behandlung von Insomnie eine größere Rolle spielen. Weitere nützliche Eigenschaften von Cannabinol sind seine antibakterielle und entzündungshemmende, sowie krampflösende Wirkung. In der Kombination mit anderen Cannabinoiden ließ sich zudem die appetitanregenden Wirkung von CBN beobachten. Eine weitere Studie zeigt zudem das CBN die Symptome bei Patienten mit neurodegenerativen, motorischen Erkrankungen (beispielsweise ALS) lindern kann. Eine andere Untersuchung kam zum Ergebnis, dass Cannabinol bei durch Allergien bedingtem Asthma Wirkung zeigen kann. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies auf die entzündungshemmenden Eigenschaften des Cannabinoids zurückzuführen ist. Insgesamt sind diese Erkenntnisse jedoch alle als vorläufig zu betrachten, da die Forschung zu Cannabinol noch in den Anfängen steckt. Um das volle Potential zu begreifen werden weitere Untersuchungen nötig sein.

Obwohl die Cannabispflanze bei der Ernte Cannabinol nur in sehr geringen Dosen aufweist gibt es auf dem Markt inzwischen einige Produkte, die CBN in konzentrierter Form aufweisen. Hierbei handelt es sich um Extrakte für deren Herstellung aufwendige Verfahren und Techniken notwendig sind um das Cannabinoid aus der Hanfpflanze zu isolieren und extrahieren. Diese CBN-Produkte findet man in verschiedenen Formen, z.B. als Öle, Tinkturen über essbare Produkte bis hin zu Kapseln. Um den tatsächlichen Gehalt von CBN und anderer Cannabinoide in Produkten sicherzustellen ist es empfehlenswert auf eine Testung durch unabhängige Labore zu achten.

CBN-Facts:

  • CBN wird nicht durch Enzyme von der Pflanze gebildet sondern entsteht durch die Oxidation von THC
  • Cannabinol wirkt antibakteriell (vor allem in der Kombination mit anderen Cannabinoiden: wie THC, CBD, CBC und CBG)
  • Seine beruhigende Wirkung soll CBN zu einer pflanzlichen Alternative zu Diazepam bei Schlafstörungen machen
  • Cannabinol ist nicht auf den Listen der Vereinten Nationen für kontrollierte Substanzen geführt, da es neben der Oxidation aus THC aber auch aus Hanf gewonnen werden kann ist eine legale Produktion von CBN-Produkten möglich

 

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